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Harzer Försterstieg – 2 Tage Goslar nach Bad Grund

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Harzer Försterstieg

Im März 2015 habe ich meine Ausrüstung bei bitterkalten Temperaturen getestet. Dafür bin ich an zwei Tagen den Harzer Försterstieg von Goslar nach Bad Grund gewandert. Schnee und einige schöne Ausblicke inklusive. Aber trotzdem hat die Strecke mich nicht in Gänze überzeugt.

Da es im März 2015 noch knackig kalt war, habe ich entschieden die Gelegenheit für eine Campingtour zu nutzen und so den Schlafsack an die Grenzen des Komforts zu bringen. Die Wahl fiel auf den Harz, da die Anfahrt nach Goslar von Hamburg kurz ist und dort noch Schnee angekündigt war. Wenn schon, denn schon…

Da ich erst abends im schönen Goslar ankam, habe ich mich direkt zum Zeltplatz südlich der Stadt begeben und dort die Nacht verbracht. Die Temperaturen lagen dabei um die 0 °C und Mensch und Material erging es bestens.

Tag 1 – Goslar bis zum Vereinsplatz

Der Fernwanderweg Harzer Försterstieg startet direkt im Zentrum von Goslar, bei der eindrucksvollen Kaiserpfalz. Von dort führt der Weg zunächst gen Westen. Es geht über die Granetalsperre, um Wolfshagen herum, und anschließend über die Innerstetalsperre. Speziell am Innerste Stausee lässt sich herrlich Pause machen, bevor es danach an den einzigen nennenswerten Anstieg des ersten Tages geht.

Vom Hang aus hat man dann die oben gezeigte tolle Aussichten über den kompletten See. Einige Zeit später kommt man zur Hütte am Vereinsplatz, wo es einen Stempel für den Harzer Wanderpass zu ergattern gibt. Hier habe ich schließlich auch übernachtet. Da die Temperaturen inzwischen drastisch gefallen waren und Schnee einsetzte, habe ich mein Zelt einfach in die offene Hütte gestellt. Das schont außerdem die Vegetation.

In der Nacht sind die Temperaturen auf etwa -5 °C gefallen und es war dann auch durchaus recht frisch im Schlafsack. Mit einer Schicht Bekleidung war es aber noch gut auszuhalten, bedrohlich kalt war es zu keinem Zeitpunkt.

Der Morgen begrüßte mich dann mit entsprechend Eiszapfen und weiterhin frostigen Temperaturen. Richtiges Frühstück habe ich vertagt, um mich zunächst „warm“ zu laufen.

Tag 2 – Vereinsplatz bis Bad Grund

Von dem Platz aus geht es praktisch kontinuierlich gen Süden in Richtung Bad Grund. Zunächst gewinnt man dabei langsam aber stetig an Höhe und damit auch immer mehr an Schnee, der zum Zeitpunkt meiner Wanderung teilweise bis zu 10 cm hoch lag.

Der Weg führt nun über die Stempelstelle Kalte-Birke und einen wirklich sehr schönen Abschnitt vom Schnapsplatz bis zum Sternplatz. Da auch hier, abgesehen von dem Schnee, immer noch kein Wasser in Sicht war, bin ich anschließend vorsorglich in das nächste Dorf – Lautenthal – abgestiegen. Allerdings auch maßgeblich angetrieben von der Hoffnung, dort ein richtiges Frühstück einnehmen zu können.

Das Schicksal meinte es gut mit mir, denn in Lautenthal angekommen stand ich plötzlich direkt vor dem XXL-Restaurant Harzer Schnitzelkönig. Einen Dorfrundgang später, um 11:30 Uhr, öffnete es seine Türen und ich habe mich aufgewärmt, Trinkwasser aufgefüllt und mir ein „kleines“ Schnitzel gegönnt.

Aber Obacht: Voller Bauch marschiert nicht gern. Der Aufstieg aus dem Dorf war entsprechend anstrengend.

Wieder auf dem Harzer Försterstieg angekommen, geht es weiter über die Stempelstelle Brockenblick, deren Name jedoch absolut irreführend ist. Die Forststraßen werden nun immer breiter, was mich auch zu meiner Kritik an dem Weg insgesamt bringt.

Denn der Harzer Försterstieg wurde erst 2010 als neuer Fernwanderweg eingeführt und insofern habe ich mir eine tolle, abwechslungsreiche Tour versprochen. Tatsächlich führt der Weg aber ausschließlich über die berüchtigten Forstwege des Harzes – hier hätte ich mir mehr Naturnähe gewünscht. Zwischendurch wird die Schneise wahrlich gigantisch breit und führt kilometerweit kerzengeradeaus. Nicht gerade ein echtes Wandererlebnis.

Schöner wird es dann erst wieder abseits des Försterstiegs rund um den Iberger Albertturm, wo ein weiterer Stempel wartet. Auch ohne den Turm zu besteigen, kann der Blick hier oben über das Kalkwerk Winterberg hinaus, weit in die Ferne schweifen.

Danach ging es für mich nur noch hinab in das verschlafene Nest Bad Grund. Hier habe ich eine Nacht in der Pension Hamburg verbracht. Preis-Leistung stimmen hier und die freundlichen Betreiber sind echte Hamburger Originale. Sehr empfehlenswert.

Für mich hat die Tour hier in Bad Grund geendet und ich bin am nächsten Tag zurückgereist nach Hamburg. Der Stieg selbst führt von hier noch weiter bis zum Endpunkt in Kamschlaken.

Fazit:
Der Harzer Försterstieg ist gut ausgeschildert und führt durchaus durch einigen schönen Ecken. Wer naturnahes Wandern auf kleinen Pfaden bevorzugt, ist hier jedoch völlig falsch.

Tourenüberblick

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Christian
Ich bin ein 1983 geborener Hamburger und habe erst vor wenigen Jahren meine Leidenschaft für das Wandern entdeckt - besonders fürs Fernwandern. Seither genieße ich regelmäßig das Gefühl absoluter Freiheit, wenn ich mit dem Zelt auf dem Rücken loslaufe und tagelang in eine Himmelsrichtung marschiere.

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