Appalachian TrailTagebuch

Vom Durchwanderer zum Section Hiker/Reisenden

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Meine Ambitionen, jeden Meter des Appalachian Trails zu bezwingen, habe ich beigelegt. Nun mache ich erst mal Urlaub vom Wandern.


In meinem letzten Post habe ich schon erklärt, dass mir das Wandern zunehmend weniger Freude macht. Mein Körper hat dagegen all die Strapazen überraschend gut und völlig problemfrei ausgehalten. Ich hätte mich also wohl mit der entsprechenden Sturheit bis nach Maine zwingen können. Aber was soll das, wenn es mir einfach zu wenig Spaß mehr macht?

Mir ist dabei übrigens weitestgehend unklar, warum ich das Wandern nicht mehr genießen kann. Dem Trail kann ich jedenfalls keinerlei Vorwurf machen, denn noch immer bin ich großer Fan! Ich kann jedem Interessierten nur empfehlen: Mach es! Wander den Appalachian Trail! Es ist wundervoll!

Ich persönlich brauche aber wohl einfach mehr Abwechslung und gebe meinen Anspruch darauf, ein Durchwanderer zu sein, nun vollständig auf.

Diese Entscheidung habe ich mir alles andere als leicht gemacht und noch immer schreien weite Teile in mir nach einer Korrektur. Schließlich habe ich für die Möglichkeit dieser Wanderung viel investiert und war mir sicher, dass es genau das ist, was ich machen möchte.

So fühlte es sich auch fast zwei Monate an. Ich habe zusammengefasst wirklich eine fantastische Zeit gehabt, auf die ich positiv zurückblicken kann. Selbst mein letzter Tag, der 71. Tag, hat viel Schönes geboten:

Zunächst ging es bei milden Temperaturen durch den nebelverhangenen Wald, bis die Sonne sich schließlich im Laufe des Vormittags durchsetzte. Es wurde zunehmend wärmer, aber das leuchtendende Blätterdach hielt die Hitze fern. Der Weg war nicht zu anstrengend und hat immer wieder herrliche Aussichten auf die umliegenden Täler freigegeben. Auch einer kleinen Schlange, die mir interessiert ihre Zunge entgegen gestreckt hat, bin ich begegnet. Nach gerade mal 12 Meilen habe ich dann den Tag beendet und mein Zelt am rauschenden Jennings Creek aufgebaut, in dem ich meine Füße wunderbar erfrischen konnte. Zu meiner Überraschung gab es einige Meilen entfernt einen bewirteten Campingplatz, der mich und sechs weitere Wanderer kostenlos mit dem Auto abgeholt hat. So konnten wir dort Cheeseburger plus leckere Milkshakes genießen und wurden wieder zurück gefahren.

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Toller Tag also, zumindest auf dem Papier.

Die Wahrheit ist, dass ich mich die meiste Zeit trotzdem nicht wohl gefühlt habe, nicht glücklich war. In der Nacht habe ich lange über diese Absurdität gebrütet und mich morgens schließlich gefragt, ob ich weitergehen möchte. Unter Tränen habe ich dann entschieden: Nein.

Ich bin dennoch sehr stolz, auf das was ich geleistet habe. Genau 755.7 offizielle Meilen habe ich seit Springer Mountain zurückgelegt. Das sind mehr als 1200 Kilometer, die mich meine Füße in 71 Tagen und durch vier Bundesstaaten getragen haben. Dabei habe ich viele unvergessliche Erfahrungen gemacht und die Natur, die USA und mich selbst besser kennen gelernt. Man könnte im Ergebnis sagen: „Traum erfüllt. Ziel nicht erreicht.“

Meine restliche Auszeit werde ich nun nutzen, wie es mir gerade in den Kram passt. Ohne konkrete Pläne, ohne feste Ziele. Sicherlich aber mit Wandern, in kleinerem Maßstab. Dabei möchte ich auch gerne noch das eine oder andere Highlight des Appalachian Trail sehen und als Section Hiker dann hoffentlich wieder genießen können.

Als erstes bin ich jetzt aber mit Kay direkt ans Meer gefahren und habe meine geschundenen Füße in den Atlantik getaucht.  Viele Grüße aus Virginia Beach!

Christian
Ich bin ein 1983 geborener Hamburger und habe erst vor wenigen Jahren meine Leidenschaft für das Wandern entdeckt - besonders fürs Fernwandern. Seither genieße ich regelmäßig das Gefühl absoluter Freiheit, wenn ich mit dem Zelt auf dem Rücken loslaufe und tagelang in eine Himmelsrichtung marschiere.

39 Comments

  1. Ja, brauchst es nicht schön zu reden, du hast versagt!
    Diese Entscheidung wirst du wohl dein Leben lang bereuen.
    Aber es stimmt wohl von 100 gestarteten erreichen nur 10 den Kathadin.

    Bist also nicht allein. 😉

    Mfg
    Anonym

  2. Hey Christian… herzlichen Glückwunsch zu deinen geleisteten Meilen. Wir hängen deinen Kilometern hinterher, haben aber gerade ebenfalls ein tief und können deine Entscheidung total nachvollziehen. Genieße die freie Zeit. Viele Grüße Stefan & Kerstin

  3. Hallo Christian,

    selbstverständlich hast du NICHT versagt. Ganz im Gegenteil: Hut ab und allergrößten Respekt für die absolvierten Meilen. Schade, dass das Abenteuer auch für uns Mitlesenden schneller als gehofft zu Ende geht. Es war spannend die Reise mitzuerleben. Danke für deine ausführliche Doku.

    Grüße, Matthias

  4. Hallo Christian,

    selbstverständlich hast du NICHT versagt!
    Ganz im Gegenteil: Hut ab und allergrößten Respekt für die absolvierten Meilen. Schade, dass das Abenteuer auch für uns Mitlesenden schneller als gehofft zu Ende geht. Es war spannend die Reise mitzuerleben. Danke für deine ausführliche Doku.

    Grüße, Matthias

  5. Hey Christian,
    schade das du dich fürs Aufgeben entschieden hast. Du wirst diese Entscheidung bereuen (spätestens, wenn du im Flugzeug nach Deutschland sitzt oder wieder auf Arbeit musst) und zurück kehren auf den Weg, wenn nicht jetzt dann irgendwann in der Zukunft, um den Weg zu Ende zu bringen. Einmal Fernwanderer – immer Fernwanderer und der Weg lässt einen nicht los bis man das Ziel erreicht hat.
    Greets TakeItEasy

    1. Hallo Takeiteasy, herzlichen Dank für deine zahlreichen konstruktiven Kommentare in den letzten Wochen. Natürlich gibt es schon jetzt immer mal die Frage, ob das richtig war. Aber noch fühlt es sich mehrheitlich gut an. Nun gehe ich hier einzelne Sections an und bleibe dem Fernwandern allgemein natürlich treu! 😉 Viele Grüße!

  6. Moin moin Christian!
    Du hast entschieden, was für Dich das beste ist. Nicht jedes Ziel im Leben wird erreicht. Deine zurückgelegte Strecke ist bereits eine sehr starke Leistung. Du wirst diese Entscheidung nicht bereuen, weil sie ganz bedacht war und Dir bestimmt nicht leicht gefallen ist.
    Geht Dein Blog weiter über Section Hiking?
    Viel Spaß!

    1. Hallo ihr Flensburger, besten Dank, dass ihr so treue Leser wart und so zahlreich Feedback gegeben habt. Das hat mich immer sehr gefreut! Über die anstehenden Sections werde ich gern weiter berichten und euch auf dem Laufenden halten. Viele Grüße in den hohen Norden!

  7. Ich werde den Appalachian Trail durchwandern.

    Denn ich will…

    … nicht immer den bequemen Weg gehen.
    … aussteigen aus dem täglichen Hamsterrad.
    … sein und frei sein.
    … etwas außergewöhnliches erleben.
    … fitter, leichter und in der Folge gesünder werden.
    … im Einklang mit der Natur und den Jahreszeiten leben.
    … mich treiben lassen und Zeit für eigene Gedanken haben.
    … herausfinden, was mir wichtig und was verzichtbar ist.
    … meine Komfortzone verlassen.
    … meinen inneren Schweinehund besiegen.
    … mir beweisen, dass ich das kann.
    … mein Ziel erreichen und am Ende voller Stolz Mt. Katahdin besteigen.

    Ich werde nicht abbrechen, weil…

    … ich hiervon so lange geträumt habe – auch/besonders von den Extremsituationen.
    … ich hierfür so viel investiert habe.
    … ich den inneren Schweinehund nicht gewinnen lasse.
    … ich Bequemlichkeit noch die nächsten 40 Jahre haben kann.
    … ich vorher wusste, dass es auch schlechte Tage geben wird.
    … ich später über die Strapazen und Sorgen lachen werde.
    … es gibt keine Auswege zu wählen. Ein Ausweg, der wird erfunden.
    … Sisyphus ein glücklicher Mann war.

    Stattdessen werde ich…

    … diese Liste lesen.
    … mir ein Stück „Heimat“ nehmen.
    … lächeln.
    … mich belohnen und wieder genießen.
    … Unangenehmes und Schmerzen überwinden.
    … mich darüber austauschen und meine Sorgen mitteilen.
    … lange Zeiträume betrachten und mich an das Gute erinnern.
    … mich darauf verlassen, dass es wieder besser wird.
    … weitermachen und es schaffen.

    Deine Worte 😉

    Jetzt Mund abputzen, Rucksack packen und den Trail wieder wandern. Noch hast du genug Zeit um auf den Kathadin zu kommen. Aufhören kannst du später immer noch;-)
    Würdest du das Slackpacken noch weglassen hättest du sogar gute Chancen auf Kathadin zu kommen. Wie man in deinen Videos sehen kann, hat deine „Krise“ nämlich damit begonnen. Wie auch immer du dich entscheidest Respekt und Hau rein.

    Gruß Timo

    1. Moin Timo, ja, die Zeilen habe ich geschrieben und sie haben mich auch vorher das ein oder andere Mal bestärkt weiter zu gehen. Leider ist der Genuss nicht nachhaltig wiedergekehrt und damit auch das Vertrauen darin, dass es wieder besser wird. Das hat dann letztlich den Ausschlag gegeben. Gut beobachtet hast du, dass es eine gewisse zeitliche Überschneidung mit dem Slackpacken gibt. Insgesamt hat sich in dem Zeitraum mein Fokus verschoben, da wir sehr häufig in der Zivilisation waren. Da merkt man dann stärker was man so vermisst. 😉 Ich werde jetzt erst mal einige kleine Sections wandern und vielleicht kommt dann auch wieder Lust auf weite Strecken. Schöne Grüße!

  8. Hey Gentle G.!
    Ich habe Deinen Blog erst kürzlich entdeckt und bin total begeistert. Mir gefällt Dein Stil. Ich habe meinen thru’hike vor zwei Jahren gestartet/versucht und habe es trotz zwei langer Off-the-trail-Phasen 2014 immerhin bis nach Harpers Ferry geschafft. Leider war ich zwischendrin knie- und fußkrank und habe eine kleine Auszeit in…Virginia Beach genommen ;).
    Ein kluger Hiker hat damals zu mir gesagt: You don’t have to do the whole thing to make the experience. Trotzdem wäre ich gerne dazu in der Lage gewesen. Deine Entscheidung entsetzt mich und gleichzeitig verstehe ich Dich. Bereits jetzt hast Du eine tolle Erfahrung gemacht. Egal wie es weiter geht, es ist schon richtig so 🙂 Nur Du kannst das beurteilen.
    Ich bin entgegen meiner Voraussagen gerade eine Sectionhikerin und für drei Wochen auf dem Trail. Es ist schwieriger, weil es eine Zeit brauchte, die richtigen Leute zu finden, aber einfacher weil die Zeit schnell vorbei ist (und man das physikalisch immer irgendwie geregelt bekommt). Leider zu schnell, am Donnerstag fliege ich schon zurück nach… Hamburg. 😉
    Ich wünsche Dir eine super gute Zeit auf den Trails dieser Welt, wo immer es Dich hin verschlägt!
    Viele Grüße aus Pennsylvania
    Bettina aka Snowball

    1. Hey Snowball, vielen Dank für das Lob. Schade, dass es für dich 2014 unfreiwillig geendet hat, das ist natürlich besonders ärgerlich. Genieß deine Zeit jetzt auf dem Trail und nimm dann schöne Grüße von mir nach Hamburg mit zurück. 😉

  9. Wieder ein gescheiterter „Möchtegern-thruhiker“ hättest du deine eigenen Grundsätze beachtet und nicht jeden Abend Bier gesoffen hätte es vermutl. besser laufen können. Schliesslich wolltest du leichter, fitter und gesünder werden. Stattdessen liest man in jedem Post was von Burgern, Bier und Partys. Jeder würde abbrechen wenn man verkatert wandern müsste. Leute wie Du sollten nach Malle in Urlaub gehen!

    Warmduscher!

    1. Hallo „TripleCrowner“, oder soll ich dich doch lieber mit „Anonym“ ansprechen? Ich freue mich, dass dich mein Schicksal offenbar so nachhaltig beschäftigt. Und vielen Dank für deinen Reisetip – hab schon gehört, dass man auf Malle gut wandern können soll. 😉

      Schmatzende Grüße nach Baden-Württemberg,

      Dein Warmduscher

      PS: Bitte hab Verständnis dafür, dass ich weitere Kommentare von dir nur freischalte, sofern die Kritik sich auf den Inhalt konzentriert oder alternativ seeehr lustig ist.

    2. Hallo Tripplecrowner,
      sry aber für deine Kommentare habe ich kein Verständnis. Gerade wenn man ein Tripplecrowner ist, sollte man wissen, dass das alles nicht leicht ist und wahrscheinlich bist du einer dieser Hiker die auch mit gebrochenen Füßen weiterlaufen würden und dann von anderen erwarten das sie Platz im Shelter machen. Jeder Mensch der diesen Weg geht und an seine Grenze stößt hat Respekt verdient. Du hast offensichtlich nichts gelernt und es verpasst dich bei 12.000km ein wenig weiter zu entwickeln oder ich stelle mal die kühne These auf: „Mehr Schein als Sein.“
      TakeItEasy

  10. Hallo Christian,

    dann ist ja alles bestens. Ich dachte du zweifelst noch ob du weiter läufst oder als Sektion-Hiker weiter machst, daher mein Versuch dich nochmals ein wenig zu motivieren;-)
    In der heutigen Zeit, in der alles höher, schneller und weiter gehen muss, gehört viel Mut zu solch einer Entscheidung. Weiterlaufen wäre in deinem Fall wahrscheinlich der einfachste Weg gewesen. Unsere Gesellschaft setzt leider Normen und Werte und ist absolut nicht bereit ein wenig davon abzuweichen, egal wie absurd diese teilweise sind. Wer durchs Raster fällt gehört nicht dazu.
    Durch deine gewanderten Meilen und der richtigen Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt hast du alles richtig gemacht und dem ein wenig entgegen gewirkt. Hierzu nochmal meinen höchsten Respekt.
    Jetzt freue ich mich auf neue Berichte von dir, genieße die USA, sie ist viel zu schön um dort Dinge zu machen, die einem persönlich auf lange Sicht keinen Spaß machen.

    Viele Grüße
    Timo

  11. Hallo Christian,

    lass die Leute ruhig „schwätzen“! Du hast für dich so entschieden und es fühlt sich gut an. Richtig so! Man sollte immer auf seine innere Stimme, sein Bauchgefühl hören. Das hat mir bisher auch immer den richtigen Weg gezeigt. Und wenn du nach einiger Zeit das „Bauchgefühl“ ….“ich könnte es ja nochmal versuchen….“ bekommst, dann machst du einfach da weiter, wo du aufgehört hast. Die schon gelaufenen Meilen kann dir niemand mehr nehmen. Hat Spaß gemacht, deiner Dokumentation zu folgen…..ich wünsche Dir alles Gute und sende liebe Grüße aus dem Siegerland und dem Rothaargebirge
    Barbara

  12. Hallo Christian – Nein du bist kein Warmduscher, kein Versager – du hast einen richtig guten Job gemacht! Ich hab mit viel Genuß deine Videos gesehen! Ich gratuliere dir zu deiner Leistung! Ich kann dir aus meiner Erfahrung sagen, dass auch Section-hiking am AT etwas kann. Ist ja mein Ding! Ich gehe in 4 Wochen wieder zurück auf den Trail – das 3. Jahr schon und ich freue mich riesig darauf! Vielleicht wär das auch etwas für dich – überlegs dir!
    Viele Grüße und alles Gute!
    Herbert Hager

  13. Hi,
    hab Dein Blog mit Interesse verfolgt. (Kann sein, das wir uns 2012 in Schweden auf den FC begegnet sind? obwohl das nicht in deinen Wanderungen auftaucht?)
    So eine lange Strecke ist halt was anderes, als 10-14 Tage in Europa.
    Ich kann Deine Gründe verstehen aufzuhören. Das Leben geht danach weiter.
    Aber andererseits hattest Du Dir ein Ziel gesetzt, und das Projekt für 5-6 Monate als Deinen Job angesehen. Diese Meinung hast Du geändert und aufgehört. Das ist halt schade.
    Letztlich musst Du alleine damit klar kommen und zufrieden sein.
    Für Dich war es halt mehr Wandern aus Freude, welche Dir abhanden gekommen ist. Und viele scheitern halt im „Kopf“, nicht weil der Körper nicht wirklich kann (das gibt es auch, und ist ein Grund). Und das ist dann nachher die Herausforderung gewesen und kann sagen: ich hab mich durchgekämpft.

    Aus meiner Erfahrung würde ich sagen, das Du es später bereust, Dich nicht durch diese Phase gekämpft zu haben.
    Es ist aber Dein Weg. Wie auch immer Du ihn gehen möchtest.
    Ich weiß ja nicht, wie Du das in Deutschland organisiert hast, aber dann würde ich jetzt auch den Urlaub in den USA abbrechen und heimfahren.
    Und nicht noch 4 Monate rumhängen und dem schönen Leben nachhängen.

  14. Hallo Gentle G ,
    Wandern, speziell das Weitwandern, das ist die Freude am Nutzlosen.
    In deinem Post hast du ja auch erwähnt ,was könnte ich in dieser Zeit nicht alles sonst noch tun. Jch bin mittlerweile 66 Jahre, Gretel 61. Aber noch immer sind wir neugierig darauf was liegt hinter der nächsten Bergkuppe oder Kurve, obwohl man das ja beim AT ganz genau gewusst hat, nähmlich die nächste.
    Psychologen haben mal die AT-Hiker befragt und sind zum Schluss gekommen,das ist ein Haufen introvertierter Typen die das Träumen noch nicht verlernt haben.Der Traum diesen Weg an einem Stück zu schaffen hat uns auf den Katahdin getrieben.
    Da du dem Weitwandern ja treu bleiben willst kann ich dir raten mal die vermeintlich langweiligen Weitwanderwege zu gehen, z.B. nach Paris oder den Rondane Steig in Norge, und wenn dann stark genug bist, dann erinnere dich wieder an deinen alten Traum den Ironman der Weitwanderer zu schaffen.
    Trotzdem freuen wir uns Deine Blogbeiträge wie es dir als Sektionshiker so geht.
    Liebe Grüße Hänsel und Gretel

    1. Danke ihr beiden! Mein Respekt vor eurer Leistung ist sogar noch gestiegen. Ich bin mir inzwischen mehr und mehr sicher, dass möglichst beeindruckende Wege zwischen 10 und 21 Tagen für mich aktuell genau das richtige sind. Aber vielleicht kommt ja tatsächlich irgendwann die Lust am Extremen zurück. 😉

  15. Hi,
    der PCT wäre wohl insgesamt der schönere Trail gewesen.
    Rein von der Landschaft her erinner der AT doch zu sehr an einen etwas verlängerten Schwarzwälder Westweg, wobei es im Schwarzwald auch wiederum abwechslungsreicher ist 😉

    Kannst ja z.B. den John Muir Trail, ein Teilstück des PCT und wohl einer der schönsten Wander-Strecken in den USA überhaupt, unter die Füße nehmen. Oder mal für 2 Wochen paddeln 😉
    West Coast Trail gibts ja auch noch.

    1. Hallo Sophia,

      bitte verzeih die verspätete Antwort! Der JMT ist für die Zukunft eine Option, die ganz weit oben steht auf meiner Liste. Im Yosemite NP war ich 2010 schon mal und fand es großartig.

      Liebe Grüße!

  16. Moin moin Herr Schmidt,

    ab und zu habe ich hier bei Ihnen auf Ihrer Seite reingeschaut: Hut ab! Tolle Leistung! Meinen Respekt haben Sie!

    Lassen Sie es sich gut gehen und passen Sie weiter gut auf sich auf – das gehört meines Erachtens unbedingt dazu …

    Allerbeste Grüße aus Hamburg, Ihr Wolfgang Schnaase

    1. Hallo Herr Schnaase, vielen Dank! Seien Sie unbesorgt: Natürlich passe ich auf mich auf und im Oktober werde ich voller Energie zurück sein. So ein klein wenig freue ich mich sogar schon wieder auf einen geregelten Tagesablauf. 😉

      Viele Grüße in die Heimat!

  17. Hallo Christian,

    selbstverständlich darf man auf einem so langen Weg auch seine Ziele ändern und selbstverständlich wird man nicht 6 Monate die eigenen Gefühle abschalten oder das, was man gerade erlebt, ignorieren. Aufhören ist also völlig OK. Gratulation zu dem Weg, den Du gemacht hast, nicht wegen der Leistung, sondern zu den Erlebnissen auf dem Weg! Da ist so viel Wunderbares, das jetzt zu Deiner persönlichen Geschichte gehört, das kann einem kein Kommentator wegnehmen!

    Ich hatte gerade mal 4 Wochen und bin bis Erwin gewandert – und es war gut.

    herzliche Grüße

    Wisdom

  18. Hallo Christian
    Durch Zufall bin ich über Deinen Blog gestolpert und habe mit Spannung und Freude Dein Vorhaben verfolgt. Deine Aufgabe kam für mich nicht ganz überraschend, auch Deine Erkenntnis das Dir am Schluss die Freude am Wandern abhandengekommen ist, kann ich gut nachvollziehen.

    Wenn ich Deinen „Werdegang“ auf Deiner Webseite anschaue, würde ich das durchaus als steile Kurve bezeichnen. Der AT kam für Dich zu schnell, das ist normal in unserer Zeit – macht einem / Dir das Leben aber nicht leichter. Aus eigener Erfahrung und einer Vielzahl von Touren kann ich Dir sagen, dass man einen Trail wie den AT nicht geht, bzw. wandert – man lebt ihn, und wie im Leben gibt es Höhen und Tiefen. Die Natur und besonders Wege wie der AT verändern den Menschen und diese Veränderungen gehen nicht immer mit Hochgefühlen, Chacka und „wir schaffen das einher“ – sie brauchen Kraft und Willen. Zum einen um sie zu zulassen und zum anderen um sie durch zu halten. Wenn der Abbruch für Dich OK ist, dann ist der Abbruch auch OK – aber Du wirst ihn mit Dir tragen und Du wirst ständig, bewusst und unbewusst auf der Suche nach Menschen sein welche Dich in dieser Entscheidung bestärken. Im Falle eines / Deines Abbruchs wirst Du auf andere „Abbrecher“ treffen, ob das gut ist musst Du selbst entscheiden. Welche Menschen werden Dir wohl begegnen und welche wirst Du suchen, wenn Du den zu Ende Weg gegangen bist?

    Der AT hat begonnen Dich zu verändern, Du hast es vielleicht nicht gemerkt – Ablenkungen und Erleichterungen gab es genug, ob sie alle in Anspruch genommen werden müssen ist eine andere Frage welche auch nur Du selbst beantworten kannst.

    Wenn ich Dir einen Rat gegeben darf: Geh zurück und lass Dich nochmals voll und ganz auf den AT ein – der Punkt bis zu einem wirklichen Abbruch ist noch nicht erreicht und wenn Du den AT schaffst nimmst Du etwas mit was ungleich positiver ist als die jetzige Situation – nämlich ein anderes, neues Leben.

    Go ahead, b!

    1. Hallo Bernd, danke für dein Feedback. Deiner Argumentation kann ich zwar folgen, allerdings glaube ich nicht an diese Schubladen. Ich werde mich einfach weiterhin mit Leuten umgeben, die es begrüßen, wenn ich etwas wage, dessen Ausgang völlig offen ist. Und die mich bei vermeintlichen Niederlagen genau so unterstützen wie im Efolgsfall. 😉

  19. Hallo Christian,

    wenn ich mir die Kommentare hier so durchlese, befürchte ich der ein oder andere ist ein kleines bisschen hängengeblieben, so einen Schwachsinn hab ich ja schon lang nicht mehr gelesen. Dieses Abreißen von Meilen um dann endlich mal was besonders geleistet zu haben, kann man durchaus hinterfragen, auch wenn es da zwei Monate für braucht. Du bist nicht gescheitert, sondern hast Dich besseren Wissens neu entschieden. Zu bemitleiden ist nur, wer das nicht hinkriegt. Hier scheint ein Thruhike ja ein heiliger Gral für manche zu sein, der Dich zu einem besseren Menschen macht. Ich glaube Du hast mehr geleistet für Dich, dein Karma und Dein Leben, wenn du Dich z.B. mal eine Zeit lang persönlich in einem humanitären Projekt engagierst.

    Wie auch immer:

    Deine Videos sind für mich sehr erfrischend. Du bist authetisch, sympathisch und agierst gut der Kamera bzw. Deinen Zuschauern – das macht es wirklich angenehm, Dir zuzugucken – insbesondere im Vergleich mit dem Großteil anderer Youtuber die im Bereich Trekking Videos hochladen .

    Vielen Dank dafür, hat Spaß gemacht mit Dir!

    Als Tipp bzgl. Malle: Schau dir mal den GR 221 an ….. Berge und Meer, herrliches Klima von Herbst bis Frühjar.

    Grüße,

    Lars

  20. Hallo Christian,

    Gerade habe ich Deinen Blog zuende gelesen. Zunächst möchte ich Dir zu Deiner Leistung gratulieren. Und Dein Blog war bis jetzt mit das beste was ich über den AT gelesen habe. Da ich mich entschieden habe das Abenteuer zu wagen, was würdest Du mir raten sollte ich meiden? Hast Du eine Idee warum bei Dir so plötzlich der „Ofen“ aus war? Beim lesen Deiner Geschichte ist mir aufgefallen das Du sehr lange äusserst positiv unterwgs warst. Und dann urplötzlich lange nichts mehr von Dir bis zur Aufgabe. Kannst Du Dir das erklären? Ich bin vielleicht etwas unverschämt ich hoffe Du verzeihst. Meine grösste Hochachtung hast Du jedenfalls. Ich werde mich glücklich schätzen wenn ich es schaffen sollte soweit wie Du zu kommen. Ich werde ebenfalls einen Blog gestalten für meine Freunde, vielleicht schaust Du ja dann mal rein. Würde mich freuen. Alles gute für Dich und Grüsse aus der Schweiz

    1. Hallo Roland,

      tolles Lob, vielen Dank! Deine Frage ist keineswegs unverschämt, aber leider auch nicht so ganz konkret zu beantworten. Fakt ist, der Trail bietet andauernd tolle Erlebnisse in vielen Facetten. Diese müssen jedoch wirklich hart erarbeitet werden. In einem schleichenden Prozess habe ich leider den Spaß am täglichen Wandern verloren. Denn das Wandern selber kann durchaus monoton sein. Für mich persönlich hat am Ende das Verhältnis zwischen Belastung und Erlebnis also nicht mehr gestimmt und ich habe letztlich die Reißleine gezogen.

      Im Rückblick ist es absolut so, dass ich sehr positiv an den Trail zurückdenke! Es war eine wunderbare Zeit und die Anstrengung gerät in Vergessenheit. Daher kann ich auch dir nur zum Appalachian Trail raten und wünsche dir ganz viel Erfolg im nächsten Jahr!!! Bin gespannt auf deine Berichte!

      Viele Grüße,

      Christian

  21. Hallo Christian – Gentle G,
    mit viel Interesse und großer Freude habe ich deine Tagebucheinträge und Videos verfolgt. Es ist eine schöne und sehr anschauliche Art, Reiseeindrücke für Dritte zu dokumentieren.
    Vielen Dank!
    Ich möchte selber auf dem AT wandern und so konnte ich viel aus deinem Vorhaben lernen.

    Der Kommentator B! hat mich mit dem einen Satz „vielleicht kam der AT zu schnell für dich“ sehr nachdenklich gemacht. Ich bin in den letzten drei Jahren auf dem E1 „längs durch Deutschland“ gewandert. Es kamen dabei 1.700km zusammen und ich sammelte reichlich Erfahrungen. Aber ich war immer nur einige Nächte am Stück draußen. Und wenn ich jetzt in mich hinein horche, fühle ich, dass ich mich noch nicht reif für den AT fühle.
    Vielen Dank für die Hilfestellung zum Erkenntniszuwachs.
    Viel Freude bei deinen weiteren Wanderabenteuern
    wünscht
    Michael aus HH

    1. Hallo Michael,

      vielen Dank für dein Lob! Wenn du für dich erkannt hast, dass du noch nicht bereit bist, ist das natürlich begrüßenswert. Gerade das tagelange Leben im und aus dem Zelt sollte man etwas geübt und für gut befunden haben. Sobald das besteht, denke ich persönlich, dass das man sich auf den Appalachian Trail wagen kann und Spaß daran haben wird. Eine Garantie, dass man es schafft gibt es im Leben schließlich nie.

      Den E1 kenne ich bisher primär aus Schleswig-Holstein (Mölln/Ratzeburg und an der Schwentine) und dort, wo er sich mal mit dem Heidschnuckenweg überschneidet in Niedersachsen. Auch bei den Externsteinen war ich mal. Gibt es einen Abschnitt, den du besonders empfehlen kannst?

      Viele Grüße für einen schönen zweiten Advent,

      Christian

  22. Hallo Christian,
    wie es im Netz so geht, bin ich vom Hütchen übers Stöckchen auf deine Videos und nun deinen Blog gekommen. Wandern ist natürlich das zentrale Thema! 🙂
    Deine Videotagebücher fand ich sehr ansprechend und erwischte mich bei meiner letzten Wanderung dabei, wie ich im Takt zum Soundtrack deiner Berichte lief.
    Den fand ich übrigens sehr passen und auch angenehm, denn bei vielen anderen übertönt die Musik das Gesprochene und stört mehr, als dass sie alles dezent untermalt.
    Den AT habe ich mir angesehen um einfach auf die Ferne ein ungefähres Bild vom Schwierigkeitsgrad zu bekommen – sprich, ob ich mir das auch zutrauen würde. Von den drei Langstrecken PCT, CD und AT scheint mir der AT der am „einfachsten“ zu bewältingende zu sein, oder welchen Trail würdest du jemanden empfehlen, der zwar Wandererfahrung aber weder Langstrecken noch thruhike-Eerfahrung hat ?
    Ich finde es schade, dass du den Weg nicht bis zum Ende gegangen bist, ich hätte gern noch weitere Filme gesehen. Allerdings ist der Weg ein persönlicher und auch die Entscheidung aufzuhören gehört irgendwie zu DEINEM Weg.
    Jetzt werde ich mal ein bisschen auf deinem Blog lesen und freue mich auf viele weitere spannende und unterhaltsame Wanderberichte.
    VG Marion

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